Potsdamer Platz

Der Potsdamer Platz ist wohl einer der meistbesuchten Orte der Stadt Berlin und besonders bei Touristen ein Anziehungspunkt. Er liegt im Bezirk Mitte und vereint die alte Innenstadt des Ostens mit dem neuen Berliner Westen. Der Potsdamer Platz hat eine historische Vergangenheit, die bis zum frühen 18. Jahrhundert zurückgeht. Den Namen hat er seiner Lage vor dem Potsdamer Tor zu verdanken. Damals lief der ganze Verkehr auf dieses Tor zu, was den Potsdamer Platz erst in eine Straßenkreuzung verwandelte, um sich dann mit den Jahren ziemlich schnell in einen Verkehrsknotenpunkt zu entwickeln. Die erste U-Bahn-Linie entstand 1902 und hatte im Westen hier seine Endstation. Nun schoss ein Hotel nach dem anderen aus der Erde und die ersten Szenelokale entstanden. Das damals sehr beliebte "Cafe Piccadilly" war Teil des von Franz Schwechten entworfenen Gebäudes "Haus Potsdam", das aus, zu der damaligen Zeit unglaublichen sechs Stockwerken bestand. 1914 wurde aus patriotischen Gründen der Name des Cafe?s in "Kaffee Vaterland" geändert. Nach Ende des 1. Weltkriegs trug das gesamte Gebäude diesen Namen und in den goldenen Zwanzigern amüsierten sich hier bis zu 5000 Menschen.
Weitere Bahnhöfe sowie eine S-Bahn, eine Untergrundbahn und an die zwölf Hauptverkehrsstraßen, rund um den Potsdamer Platz trugen ihren Teil zum großstädtischen Berlin bei. Die Menschen suchten Zerstreuung und fanden sie in den "Rheinterrassen", im "Siechen-Bierpalast" oder im Cafe "Josty", das zahlreiche Künstler und Politiker bis zur Schließung 1930 für sich in Anspruch nahmen. Die hier angrenzende Leipziger Straße war eine der beliebtesten Einkaufsstraßen dieser Zeit und beherbergte auch das erste große Kaufhaus seiner Art, das Wertheim, das in seiner Architektur damals einzigartig war. Das "Weinhaus Huth", ist das einzige Lokal aus dieser Zeit, das noch heute existiert. Berlin mit dem Potsdamer Platz war zu dieser Zeit ein Ort, der niemals schläft.

Der Potsdamer Platz vom 2. Weltkrieg bis heute

Aufgeschreckt aus ihrer Geschäftigkeit und Selbstvergessenheit wurden Berlin und ihr Hauptverkehrsknotenpunkt, der Potsdamer Platz erst, als Adolf Hitler an die Macht kam. Der Antisemitismus nahm zu und die Folgen waren Boykottierung der jüdischen Läden, Zwangsenteignungen und Berufsverbote, was das Stadtbild schlagartig verändern sollte. Nach den Plänen Hitlers sollte Berlin umgebaut und in Germania umbenannt werden. Der zweite Weltkrieg kam dazwischen. Beim letzten Großangriff auf Berlin und das Regierungsviertel wurde ein Großteil des Potsdamer Platzes zerstört. 1948 machte sich die Spaltung Berlins auch durch eine Markierung im Asphalt am Potsdamer Platz bemerkbar. Die 1961 gebaute Mauer teilte Deutschland und den Potsdamer Platz in zwei Hälften und kurz darauf wurde dieser einst so belebte Platz zur Todeszone. Nach dem Mauerfall 1989 sollten noch ein paar Jahre vergehen, ehe dann in den Neunzigern mit der Neugestaltung des Potsdamer Platzes begonnen wurde. Für einige Jahre sollte dieser zur größten Baustelle Europas werden. Unter anderen haben jetzt das Sony-Center mit Cafe?s, Appartements, Büros und dem Filmmuseum, und das Beisheim-Center, das Hotels wie das Ritz-Carlton und das Marriott beherbergt, ihren Sitz. Die Arkaden laden in über 100 Geschäfte zum Einkaufen ein und auch die Kultur kommt nicht zu kurz. So findet man hier die Philharmonie, die Neue Nationalgalerie sowie die Gemäldegalerie. Nun erstrahlt dieser für Berlin so wichtige Platz in neuer Pracht und hat für Einwohner wie Touristen allerhand zu bieten.