Ku'damm - Kurfürstendamm in Berlin

Der Kurfürstendamm in Berlin ist wohl die bekannteste Einkaufs- und Flaniermeile Deutschlands und zugleich eine der Hauptverkehrsstraßen Berlins. Er führt mit einer Länge von 3,5 km durch die Bezirke Charlottenburg und Wilmersdorf und hat eine historische Vergangenheit, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Damals, um 1542 als Dammweg angelegt, diente er den Kurfürsten als Reitweg. Über 300 Jahre später wurde auf Wunsch Otto von Bismarcks der Kurfürstendamm als Prachtstraße ausgebaut. Dieses Vorhaben fand 1886 seine Vollendung und gilt deshalb auch als Geburtsjahr des Kurfürstendamms. In den folgenden Jahren bis zum 1. Weltkrieg entwickelte sich der sogannte Neue Westen als Kontrapunkt zum quirligen Berlin Mitte. Zu diesem Zeitpunkt entstanden das Theater- sowie das berühmte Kaufhaus des Westens. Seinen Höhepunkt hatte er in den goldenen Zwanziger Jahren zu verzeichnen, als die neu gebauten Lichtspielhäuser und Varietes dem Kurfürstendamm ihren Glanz verliehen und er zum Szenetreffpunkt der Intellektuellen und Künstler avancierte.

Ku'damm vom 2. Weltkrieg bis heute

Während sich Nazideutschland während der Olympischen Spiele 1936 noch mit dem Flair des Kurfürstendamms schmückte, wurde ziemlich bald danach klar, dass dieser Boulevard, wie er damals existierte, schnell der Vergangenheit angehören würde. Zu sehr repräsentierte er das, was zu der damaligen Zeit des Nationalsozialismus verpönt war: intellektuelle Unabhängigkeit und kreative Schaffenskraft, die unter anderem auch von jüdischen Einwohnern der Stadt verkörpert, dem Kurfürstendamm seine Besonderheit verliehen hatten. Im zweiten Weltkrieg fielen viele der hier entstandenen Gebäude den alliierten Luftangriffen zum Opfer. Nach Kriegsende und mit der Teilung Berlins wurde der Kurfürstendamm, umgangssprachlich Ku'damm genannt, zum Symbol der kapitalistischen Kaufkraft des Westens und so wichtiger Bestandteil des deutschen Wirtschaftswunders. Vor allem in Richtung des Bahnhof Zoo wurde der Kurfürstendamm in den Fünfziger Jahren als Geschäftszentrum und Einkaufsmeile ausgebaut. Nach dem Fall der Mauer konnte er den Anschluss an all die alten wieder entdeckten Stadtviertel wie den Potsdamer Platz oder die Friedrichstraße nicht halten und geriet ein bisschen ins Vergessen.

In den vergangenen Jahren erfährt der Ku?damm eine Wiederbelebung, wobei er vor allem durch den Bau von Einkaufspassagen und großen Kaufhäusern neue Impulse erhält. So ist 2001 das neue Kranzlereck entstanden, das Büros, Geschäfte und natürlich das historische Cafe in traditionellem Look mit rot-weiß gestreifter Markise beinhaltet. Von hier aus kann man bei Kaffee und Kuchen die tolle Aussicht auf den Kurfürstendamm genießen. Wer etwas Besonderes sucht, könnte in den zahlreichen Nebenstraßen des Kurfürstendamms fündig werden. So warten hier zahlreiche Szeneläden und Boutiquen auf einkaufsfreudige Kundschaft. Die Fasanenstraße, eine der schönsten in der Nähe des Ku?damms, bietet mit ihrer besonderen Architektur und unter anderem mit dem Käthe-Kollwitz-Museum etwas für Literatur- und Kunstfreunde. Man sollte sich die Zeit nehmen, um diese Straße bei einem Spaziergang zu entdecken. Abseits der Einkaufstempel gibt es entlang des Kurfürstendamms noch die Gedächtniskirche, das Europa-Center und den Zoologischen Garten zu bewundern.