Gendarmenmarkt

Eines der Wahrzeichen Berlins, die man als Tourist gesehen haben muss, ist der Gendarmenmarkt in Berlin Mitte. Dieser wunderschöne Platz wird von imposanten Bauwerken dominiert; dem Konzerthaus in der Mitte, das mit dem Französischen Dom auf der einen und dem Deutschen Dom auf der anderen Seite ein architektonisches Trio in perfekter Harmonie bildet. Der Gendarmenmarkt kann auf eine wechselvolle Vergangenheit zurückblicken, die einige Jahrhunderte zurückreicht. Der Platz entstand gegen Ende des 17. Jahrhunderts nach Entwürfen des brandenburgischen Baumeisters Johann Arnold Nering und gehörte zur neu angelegten Friedrichstadt. Viele französische Einwanderer ließen sich hier nieder, nachdem ihnen von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg jegliche Bürgerrechte und vollkommene Freiheit in der Religionswahl zugestanden wurde. Zu dieser Zeit noch Linden-Markt genannt, erhielt er in den folgenden Jahren mehrmals einen neuen Namen. Im 18. Jahrhundert wurde er in Friedrichstädter Markt und darauf in Neuer Markt umbenannt, bis er um 1799 seinen endgültigen Namen Gendarmenmarkt bekam. Dies geschah in Erinnerung an die ?Gens d?armes?, dem Kürassierregiment von Friedrich Wilhelm I., die sich auf dem Platz mit ihren Wachen und Stallungen ansiedelten.

Der Französische wie auch der Deutsche Dom wurden um 1705 als einfache Kirchen gebaut, die dann erst 80 Jahre später, durch die Baupläne Carl von Gonthard?s ihr endgültiges Aussehen bekamen. Den beiden Kirchen wurden Kuppeltürme zur Seite gestellt, die auf Anregung von Friedrich dem Großen entstanden, der sich einen Platz, ähnlich dem der Piazza del Popolo in Rom wünschte. Das zu dieser Zeit, zwischen die Kirchen gebaute kleine Komödientheater, das bald darauf in ein Nationaltheater umgewandelt wurde, fiel im Jahr 1817 den Flammen zum Opfer. Daraufhin übernahm es der wohl bekannteste Architekt seiner Zeit, Karl Friedrich Schinkel, repräsentative Entwürfe für ein königliches Schauspielhaus zu liefern, das auch heute noch für ehrfürchtiges Staunen sorgt. Christian Rauch und Friedrich Tieck haben für eine Ausschmückung der Innenräume des Schauspielhauses gesorgt, die dem Äußeren in nichts nachsteht. 1871 feierte das von Reinhold Begas angefertigte Schiller-Denkmal vor dem Schauspielhaus seine Einweihung. Leider wurden der Französische und der Deutsche Dom sowie auch das Schauspielhaus Opfer des Krieges und bis auf die Umfassungsmauern zerstört.

Der Wiederaufbau zog sich von der Mitte der Siebziger bis in die Neunziger Jahre hinein. Die originalgetreue Sanierung der Gebäude und die Wahrung der alten Form des Platzes zusammen mit der Lückenschließung der Randbebauungen haben einen Platz in der Mitte Berlins geschaffen, der zu den schönsten seiner Art in ganz Europa zählt. 1984 offiziell wiedereröffnet, findet der als Schauspielhaus gedachte Mittelpunkt des Platzes heute vielfache Verwendung als Konzerthaus. Mittlerweile sind am Gendarmenmarkt nicht nur viele noble Hotels ansässig geworden, sondern laden auch viele ausgezeichnete Lokale nach einem anregenden Kulturprogramm zu einer Stärkung ein. So findet man hier unter anderem das In-Restaurant Borchardt, in dem auch viele Prominente verkehren sowie das größte Schokoladenhaus in ganz Europa, aus dessen reichhaltigem Angebot man nach Belieben probieren darf.