Alexanderplatz

Der im Stadtteil Berlin Mitte gelegene Alexanderplatz, der von den Einwohnern liebevoll Alex genannte wird, hat wie kaum ein anderer Ort das Bild der Stadt geprägt. In dem 1929 erschienenen Roman "Berlin Alexanderplatz" von Alfred Döblin erfuhr er sogar eine literarische Verewigung. Dieses Buch hatte mit seiner Hauptfigur, dem Zeitungsverkäufer Franz Biberkopf großen Anteil an dem Mythos, der niemals zur Ruhe kommenden Metropole Deutschlands und machte die Stadt damals weit über ihre Grenzen hinaus bekannt. Vom Alexanderplatz ausgehend verlaufen zahlreiche Straßen, die weiter in die Stadt Berlin führen. Mit Ausnahme der Straßenbahn, die seit den Neunzigern wieder den Platz kreuzt, ist dieser Ort seit den sechziger Jahren den Fußgängern vorbehalten. Mehr als 300 000 Menschen pro Tag statten einer der größten Attraktionen der Stadt einen Besuch ab.

Geschichtliches zum Berliner Alexanderplatz

Schon Anfang des 19. Jahrhunderts war dieser Ort für die Stadt von wichtiger Bedeutung. So hat der südliche Teil des heutigen Alexanderplatzes als Paradeplatz gedient, während im nördlichen Teil des Alexanderplatzes der Vieh- oder Wochenmarkt stattfand. Seinen Namen bekam er durch den Besuch des russischen Zaren, Alexander I., der hier empfangen wurde, woraufhin der Ort von König Friedrich Wilhelm III. in Alexanderplatz umbenannt wurde. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr der Alexanderplatz große bauliche Veränderungen, als der Stadtbahnhof mit der Stadtbahn sowie das Grand Hotel entstanden. Auch die bekannte Berolina-Statue von Emil Hundrieser fand 1895 hier ihren Platz. Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte der Platz seine beste Zeit durch die Gründung des ersten deutschen Kabaretts am Ort und den Bau der berühmten Warenhäuser ihrer Zeit, Tietz, Wertheim und Hahn. Die elektrischen Eisenbahnen fuhren von hier aus in alle Richtungen Berlins und die ersten U-Bahnlinien entstanden. Besonders in den goldenen Zwanziger Jahren erfüllte der Alexanderplatz zusammen mit dem Potsdamer Platz seine Funktion als Verkehrsknotenpunkt Berlins und trug zur Quirligkeit der Hauptstadt bei. Anfang der Dreißiger Jahre entstanden das Berolina- und das Alexanderhaus, vor dem auch die Berolinastatue ihr neues Zuhause fand.

Die Berolinastatue, die während des 2. Weltkrieges wohl Rüstungszwecken zu Gute kam und eingeschmolzen wurde, war nicht das Einzige am Alexanderplatz, das dem Krieg zum Opfer fiel. Zahlreiche Gebäude wurden in den letzten Tagen des Krieges vollständig zerstört. Der Wiederaufbau des Platzes und seine Neugestaltung wurden im Ostteil der Stadt vor allem in den sechziger Jahren zum Thema. Der Plan sah eine totale Verkehrsfreiheit des Platzes selbst und eine Verkehrsumleitung um ihn herum vor. Zu dieser Zeit entstand auch der Fernsehturm, von den Berlinern scherzhaft "Telespargel" genannt, der Brunnen der Völkerfreundschaft sowie die Urania-Weltzeituhr. Ganz nach dem Vorbild des Roten Platzes in Moskau, wurde der Alexanderplatz nun zum Kundgebungsort und Zentrum des Ostens. Nach der Wende hat er seine Form behalten und bis heute hat sich daran nicht viel geändert. Auch Sehenswürdigkeiten, die Zeugen der Vergangenheit sind, gibt es zu bewundern. Unter anderem sind da die Marienkirche, die zu den ältesten Gebäuden der Stadt zählt und der Neptunbrunnen am Fuße des Fernsehturms. Letzterer kann sich immer noch mit dem Titel des höchsten Bauwerks Deutschlands schmücken. Neu entstanden sind zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten durch verschiedene Einzelhändler, die sich rund um den Alexanderplatz, in teilweise liebevoll sanierten Gebäuden wie dem Alexanderhaus niedergelassen haben und ein perfektes Shopping-Erlebnis ermöglichen. Ebenso befindet sich das große Shopping-Center "Alexa" in unmittelbarer Nähe zum Alexanderplatz.