Volkspark Friedrichshain

Der älteste kommunale Volkspark Berlins, Friedrichshain, ist ein wunderschönes Erholungsgebiet im Ortsteil Berlin-Friedrichshain. Angelegt wurde er zum Gedenken Friedrichs des Großen und dem 100. Jahrestag seiner Thronbesteigung. 1846 mit der Gestaltung der Parkanlage, die zur Erholung der Bürger des Berliner Ostens gedacht war, begonnen, war damit 2 Jahre später die Grundlage für den Volkspark nach Entwürfen von Johann Heinrich Gustav Meyer geschaffen. Auf dem hügeligen Gelände wurden ausreichend Wege für lange Spaziergänge und Grünflächen für Sport und Spiel angelegt. 1848 kam der Friedhof der Märzgefallenen für die Opfer der Märzrevolution hinzu. 20 Jahre später entstand im Volkspark Friedrichshain das erste städtische Krankenhaus Berlins. Der Bau nach Plänen von Martin Gropius und Heino Schmieden wurde 1874 beendet, woraufhin bald die ersten Patienten aufgenommen wurden. Nun wurde aufgrund des Platzverlustes durch die Klinik von Meyer eine Erweiterung in Form des Neuen Hains vorgenommen.

Der Märchenbrunnen, eine der Attraktionen des Volksparks wurde nach Entwürfen Ludwig Hoffmanns im Jahre 1913 nach 12 Jahren Bauzeit fertig gestellt. Diese prachtvolle, im Jugendstil gestaltete Brunnenanlage besteht aus vier stufenförmig angeordneten Becken, die von Arkaden umrahmt werden. Die Skulpturen, die den Brunnen schmücken, stellen Tierfiguren und Märchengestalten der Gebrüder Grimm dar, die von Josef Rauch, Ignatius Taschner und Georg Wrba angefertigt wurden. Wasserspeiende Frösche und neun Fontänen runden das Bild dieser gelungenen Brunnenanlage ab. Die 1941 auf Befehl Adolf Hitlers entstandenen Flaktürme und die folgenden Luftangriffe während des Krieges sorgten dafür, dass der gesamte Baumbestand zerstört wurde. Die 1946 durch die Sprengung der beiden Bunker entstandenen Ruinen wurden mit Bauschutt aufgefüllt, wodurch überdimensionale Trümmer- bzw. Bunkerberge, die so genannten "Mont Klamott" entstanden, die bei der darauf folgenden Parkerneuerung eine Begrünung von Reinhold Lingner erhielten.

Von 1950 an bis zum Ende der Achtziger Jahre fanden noch einige Umgestaltungen innerhalb des Volksparks statt. So entstanden in chronologischer Reihenfolge die Freilichtbühne, das Schwimmstadion, die "Gedenkstätte der 3000 Interbrigadisten" und eine Bronzefigur von Fritz Cremer. Es wurden Sport- sowie Spielplätze gebaut und ein Denkmal zu Ehren des Kampfes polnischer Soldaten mit deutschen Antifaschisten aufgestellt. Auch ein Sport- und Erholungszentrum fand dort seinen Platz. In den Neuziger Jahren wurden die Sportanlage und das Schwimmstadion abgerissen, worauf die bis dato letzte Umgestaltung des Volksparks Friedrichshain vorgenommen wurde. Hierbei wurde auch die verloren geglaubte Büste Friedrichs II., nach einer Restaurierung derselbigen wieder aufgestellt. Heute bietet der Volkspark, sowohl für Berliner wie auch für Touristen zahlreiche Erholungs- sowie die verschiedensten Freizeit- und Sportmöglichkeiten. Es gibt viele Spielplätze der besonderen Art, wie zum Beispiel ein detailgetreues "Indianerdorf", in dem Kinder auf ca. 3600 m² das Indianerleben nachspielen können. Aber auch Tennisplätze, ein Basketballplatz und eine Halfpipe für Skater sind vorhanden. Man kann sich Tretautos oder Inline-Skates ausleihen oder einfach die Aussicht von der Plattform des Kleinen oder Großen Bunkerberges genießen.