Mauerpark

Der Mauerpark in Berlin ist eine von vielen Parkanlagen der Stadt, die sich aber aufgrund ihrer besonderen Vergangenheit von den anderen abhebt. Auf dem Standort des Mauerparks verlief einst ein Teil der 1961 errichteten Mauer, die Berlin und Deutschland in zwei Hälften spaltete und die damaligen Ortsteile Wedding und Prenzlauer Berg voneinander trennte. Zu Anfang der Neunziger Jahre wurde von Anwohnern der Ortsviertel Prenzlauer Berg und Wedding Wünsche nach einer Erholungsfläche laut. So wurde aus dem ehemaligen Todesstreifen eine Grünanlage mit hohem Freizeitwert.

Im 19. und 20. Jahrhundert befand sich auf dem Gelände des Mauerparks ein so genannter Kopfbahnhof, der nur von einer Seite befahrbar war. Somit war hier der Standort des Endbahnhofs der 223 km langen Hauptbahnstrecke (Preußische oder auch Berliner Nordbahn), die ab 1878 Berlin mit Stralsund an der Ostseeküste verband. Der Stettiner Bahnhof übernahm schon ab Ende des 19. Jahrhunderts die Aufgabe des Personenverkehrs, woraufhin der alte Bahnhof der Nordbahn zum reinen ?Güterbahnhof Eberswalder Straße? umfunktioniert wurde. Ab 1950 erhielt der Stettiner Bahnhof den Namen Nordbahnhof.

Da das Bahnhofsgelände das Grenzgebiet des Ost- sowie des Westteils von Berlin markierte und somit zwischen Wedding und Prenzlauer Berg lag, wurden die beiden Bezirke nach dem 2. Weltkrieg aufgeteilt. Der Prenzlauerberg wurde dem sowjetischen und Wedding dem französischen Sektor zugeteilt. Als mit dem Bau der Mauer die Grenze geschlossen wurde, konnte nur noch von einer der bekannten Aussichtsplattformen, wie der an der Kreuzung Eberswalder/Oderberger/Schwedter/Bernauer Straße ein Blick über die Mauer in den Ostteil Berlins geworfen werden.

Nach der Öffnung der Grenzen und dem Fall der Mauer konnten es die Anwohner der umliegenden Ortschaften kaum erwarten den Mauerstreifen als Freizeitfläche zu benutzen. Noch während die Wachtürme der Grenztruppen das Gelände als ehemaligen Todesstreifen markierten, genossen die Menschen der Umgebung ein Sonnenbad auf den Grünflächen. Zwei Jahre später wurde dann offiziell beschlossen das Projekt ?Mauerpark?, bei dem es um die Entstehung eines grünen Bandes auf dem Gebiet des Mauerstreifens ging und das bei der Bevölkerung auf große Zustimmung stieß, zu verwirklichen. Das Land Berlin hat mit großer Unterstützung der Allianz-Umweltstiftung ein Stück des einstigen Bahnhofsgeländes im Ortsteil Prenzlauer Berg zu einem großzügig angelegten Park umgestalten lassen.

Das Weddinger Teilgebiet wurde von diesen Planungen nicht berücksichtigt. Seit einigen Jahren wird hier der Flohmarkt am Mauerpark abgehalten und ein Teilstück um den Kinderbauernhof ?Moritzhof? wurde angegliedert. Mittlerweile ist der Mauerpark zur beliebtesten Parkanlage des Prenzlauerbergs aufgestiegen. Es ist genügend Platz für Freizeitvergnügen aller Art vorhanden. Hier treffen sich Musiker und Sportler sowie Erholungssuchende, die auf den Liegeplätzen am Hang die Sonne genießen möchten. Eine besondere Attraktion ist natürlich das 300 m lange Reststück der Mauer, das man auf der Rückseite des Jahnstadions findet und das den Graffitikünstlern lange Zeit eine hervorragende Übungsfläche bot.