Checkpoint Charlie

Unter den Grenzübergängen, die in Berlin durch die Teilung Deutschlands und dem Bau der Mauer entstanden, ist der Checkpoint Charlie wohl einer der bekanntesten. Als ehemaliges Symbol des Kalten Krieges gehört dieser Kontrollpunkt, der durch eine Kopie der Kontrollbaracke markiert wird, auch heute noch zu den größten Sehenswürdigkeiten Berlins. Schon seit 1952 wurden an den Außengrenzen zwischen dem DDR-Gebiet und Westberlin Übergänge geschaffen und Grenzsicherungsanlagen angebracht. Nachdem Berlin ab 1961 durch die Mauer auch offiziell in zwei Teile gespalten wurde und den Status einer so genannten Viersektorenstadt innehatte, kamen noch zahlreiche Grenzübergänge inmitten dieses Vierzonengebietes hinzu. Der Checkpoint Charlie hatte die Funktion, das gesamte Militärpersonal der Westalliierten und der Diplomaten aus dem Ausland bei ihrem Übertritt an der Grenze zu überwachen und zu registrieren. Generell war es nur Ausländern, Mitarbeitern der BRD-Vertretung in der DDR und natürlich den DDR-Funktionären erlaubt diesen Kontrollpunkt zu passieren. Er stellte in der Friedrichstraße die Verbindung zwischen Berlin Mitte, also dem Ostteil der Stadt und dem westlichen Teil Berlins mit Kreuzberg her und verknüpfte den amerikanischen mit dem sowjetischen Sektor.

Seinen Namen hat er dem Merkwortalphabet ICAO zu verdanken. Dies fand schon früher vor allem im Flugfunksprachverkehr Verwendung und wird heute auch gerne als Nato-Alphabet bezeichnet, da es beim gesamten westlichen Militär benutzt wird. Checkpoint Charlie war einer der drei Kontrollpunkte, die von den Amerikanern als Übergänge genutzt wurden. Es existierten noch der Kontrollpunkt Alpha, der in Helmstedt-Marienborn lag und Checkpoint Bravo, der in Dreilinden-Drewitz für "geordneten Grenzverkehr" sorgte. Traurige Berühmtheit erlangte der Checkpoint Charlie kurz nach seiner Inbetriebnahme, als sowjetische und amerikanische Panzer in Angriffsstellung gingen. Diese Konfrontation war dem Versuch der SED zuzuschreiben, die westlichen Alliierten in ihren Rechten zu beschränken. Auch als Schauplatz menschlicher Tragödien wurde er bekannt. Von den zahlreichen, Aufsehen erregenden Fluchten, die hier stattfanden ist besonders eine immer noch im Gedächtnis vieler Menschen. Der grausame Tod durch Verbluten von Peter Fechter, einem DDR-Bürger, der ein Leben im Westen beginnen wollte, ließ die Welt erstmals eine Ahnung davon bekommen, was hinter der Mauer wirklich vor sich ging.

Am 22. Juni 1990, noch vor der offiziellen Wiedervereinigung, wurde der Kontrollpunkt Checkpoint Charlie abgerissen. Das ehemalige Wachhäuschen ist im Alliiertenmuseum zu begutachten. Eine detailgenaue Nachbildung der Kontrollbaracke der westlichen Alliierten wurde am 13. August 2000 eingeweiht und steht der Öffentlichkeit als Anschauungsobjekt zur Verfügung. Wer Interesse daran hat, noch weiter in dieses düstere Kapitel deutsch-deutscher Geschichte einzutauchen, sollte dem in der Nähe liegenden Mauermuseum einen Besuch abstatten. Hier findet man eine Dokumentation von geglückten sowie von misslungenen Fluchten über die Berliner Mauer. Auch die hierbei benötigten Hilfsmittel wie z. B. ein Heißluftballon oder eine Mini-U-Boot kann man hier aus der Nähe betrachten. Dieser Platz in Berlin, am ehemaligen Checkpoint Charlie gehört zu den Orten, die man gesehen haben muss, bietet er doch die Möglichkeit der Erinnerung an die über 5000 Menschen deren Flucht geglückt ist und an die 1067 Unglücklichen, die zum Opfer des DDR-Regimes wurden und an der Mauer ihr Leben lassen mussten.