Holocaust-Mahnmal

Das Holocaust-Mahnmal in Berlin gehört definitiv zu den Sehenswürdigkeiten, die man als Berlintourist gesehen haben sollte. Mit dem Bau dieses Denkmals, das an die massenhafte Ermordung der europäischen Juden erinnert, wurde am 1. April 2003 begonnen. Es besteht aus einem Feld von 2711 Stelen, wovon die letzte am 15. Dezember 2004 ihren Platz bekam. Nach einem Entwurf des weltweit bekannten New Yorker Architekten Peter Eisenman, wurden die über 2711 unterschiedlich großen Betonpfeiler auf einer Fläche von 19 000 m² rasterartig aufgestellt. Einige der Stelen sind unter einem Meter hoch, andere wiederum erreichen eine Höhe von über 4 Metern. Das Gelände im Zentrum Berlins ist von allen Seiten zugänglich und als gesamte Fläche zu begehen, wodurch man vollständig in diese Symbiose aus Kunstwerk und Denkmal zugleich eintaucht. Der Entwurf dieses Stelenfeldes sowie der fertige Bau des Holocaust-Mahnmals haben durchaus immer wieder für Kontroversen gesorgt. Es wurde Kritik an der Größe und Form des Denkmals sowie die Nichteinbeziehung anderer Opfer der Nationalsozialisten laut. Trotzdem wurde es am 10. Mai 2005 mit einer feierlichen Eröffnungszeremonie eingeweiht und zwei Tage später für Besucher geöffnet. Seitdem ist es tagsüber und auch nachts der Öffentlichkeit zugänglich.

Museum unter dem Holocaust-Mahnmal

Dem Mahnmal angegliedert ist eine Art unterirdisches Museum auf ca. 900 m², der Ort der Information, der eine Dauerausstellung beherbergt. Diese beinhaltet den Raum der Namen, den Raum der Orte und ein Portal über existierende Gedenkstätten. Im Raum der Namen werden keine Fotos oder Bilder gezeigt. Dafür wird besonderes Augenmerk auf die Kurzbiographien von Holocaustopfern gelegt. Diese werden über Lautsprecher hörbar, während ihre Daten auf die vier Raumwände projiziert werden. Der Raum der Orte zeigt eine Ausstellung über die Ausmaße der Massentötung all derer, die nicht in das Rassenbild der Nationalsozialisten passten. Hier werden vor allem die Orte gezeigt, an denen diese unvorstellbaren Schrecken stattfanden und die Menschen, die dort ihren Tod fanden. Das Gedenkstätten-Portal zeigt die Mahnmale und Gedenkstätten sowie Museen und Forschungseinrichtungen in ganz Europa, die sich der Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes verschrieben haben. Neu entstanden ist ein Videoarchiv, in dem Holocaust-Überlebende von ihren Erfahrungen und Erlebnissen während der Verfolgung berichten. Diese persönlichen Erzählungen machen die hinter den einzelnen Schicksalen versteckten, menschlichen Tragödien erst sicht- und greifbar.

Für den Betrieb des Mahnmals und seine Funktion als Ort der Erinnerung ist die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas zuständig. Dem gleichnamigen Förderkreis, der 1988 von Lea Rosh und dem Historiker Eberhard Jäckel ins Leben gerufen wurde, ist ein großer Anteil an der Realisierung des Holocaust-Mahnmals zuzuschreiben. Bei Eintritt in das Stelenfeld bleiben der Lärm und die Aufregung der Stadt außen vor, was dem Ort eine einzigartige Atmosphäre schenkt und jedem Besucher eine ganz individuelle Erfahrung ermöglicht. Mit einem anschließenden Besuch im Ort der Information macht man diese Begegnung mit dem schrecklichsten Kapital deutscher Geschichte komplett. Der Standort, mit Nähe zum Tiergarten, Wohnsiedlungen und Geschäftsvierteln sowie zum Brandenburger Tor wurde sorgfältig ausgewählt, um dem Denkmal als Ort der Erinnerung seinem ihm gebührenden Platz zu erweisen, in der Mitte der Gesellschaft.