Das Brandenburger Tor - Geschichtsträchtiges Symbol und Wahrzeichen von Berlin

Das Brandenburger Tor ist das Wahrzeichen Berlins schlechthin und eine der geschichtsträchtigsten Sehenswürdigkeiten in ganz Deutschland und Europa. Erbaut wurde es auf Geheiß des Königs von Preußen, Friedrich Wilhelm II., der diesen Bauauftrag an einen der bekanntesten preußischen Baumeister der damaligen Zeit, Carl Gotthard Langhans vergab. 1788 mit dem Bau begonnen, wurde das Werk erst drei Jahre später vollendet, was den Architekten beim preußischen König in Ungnade fallen ließ, weshalb er auch der feierlichen Eröffnungszeremonie fernbleiben musste.

Das 26 m hohe und 65,5 m breite sowie 11 m tiefe Tor, das zusammen mit dem Pariser Platz die alte Prachtstraße Unter den Linden begrenzt, gehört zu den frühklassizistischen Bauwerken. Die Architektur des antiken Griechenlands stand Pate für dieses bekannte Wahrzeichen, das regelmäßig wahre Besucherströme anlockt. Es besteht aus einer großen Durchfahrt in der Mitte, die jeweils links und rechts von zwei schmäleren Durchfahrten flankiert wird. Auf dem Brandenburger Tor thront nicht weniger berühmt, die sogenannte Quadriga, eine fünf Meter hohe Skulptur, die 1793 von Johann Gottfried Schadow, einem der bekanntesten Bildhauer seiner Zeit angefertigt wurde. Auch die Quadriga, ein von vier Pferden gezogener, zweirädriger Streitwagen mit der geflügelten Siegesgöttin Viktoria als Wagenlenkerin kann ihr antikes Vorbild nicht leugnen.

Das Brandenburger Tor von Napoleon bis heute

Als 1806 Napoleon mit seinen Truppen durch das Brandenburger Tor zog, wurde das Tor das erste Mal zum Ziel einer Kriegssymbolik. Die Quadriga wurde als Kriegstrophäe in die französische Hauptstadt entführt und konnte erst 8 Jahre später, nach Napoleons Entmachtung, in die Heimat zurückgebracht werden und hier wieder ihrer eigentlichen Bestimmung gemäß, als Preußens Siegessymbol das Brandenburger Tor schmücken. Von da an wurde dieser Platz immer wieder ein Ort der Symbolik. 1848 war er Schauplatz des Aufstandes gegen die alten Feudalmächte während der Märzrevolution. Mit dem Aufstieg der Nazis an die Macht, der mit einem Fackelzug der SA durch das Brandenburger Tor markiert ist, beginnt 1933 das schwärzeste Kapitel in der gesamten deutschen Geschichte. Während des 2. Weltkrieges stark beschädigt, wurde das Brandenburger Tor, als das einzige noch erhaltene Stadttor von 1956 bis 1957 neu aufgebaut. Schon zu diesem Zeitpunkt wurde es wieder zum Symbol, diesmal für die Trennung von Ost und West. Nach Beendigung des Mauerbaus 1961, wurde das Tor seine Funktion als Durchfahrt los, da es nun inmitten des neuen Sperrgebietes lag. Deutschland war nun in zwei Hälften geteilt und das Brandenburger Tor wurde für lange Zeit zum Zeichen des kalten Krieges.

Erst 1989, 28 Jahre nach dem Mauerbau, wurde es wieder zum Symbol der Freude und vor allem der Wiedervereinigung von Ost und West. An die 100 000 Menschen waren dabei, als das Brandenburger Tor der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht wurde. Die langen Jahre des eisernen Vorhangs hatten der Quadriga und dem Tor einigen Schaden zugefügt, weshalb groß angelegte Restaurierungsarbeiten vorgenommen werden mussten. Am deutschen Nationalfeiertag, dem 3. Oktober 2002 konnte es in neuer Pracht bewundert werden. An die Zeit der Teilung Deutschlands und den Verlauf der Westmauer erinnert heute vor dem Brandenburger Tor nur noch eine rote Markierungslinie auf der Fahrbahn. Heute ist dieses beeindruckende und geschichtsträchtige Bauwerk Symbol für die deutsche Wiedervereinigung.